Auf Befehl des Rüstungsministeriums wurden ab 1944 kriegswichtige Industrien in sichere Gebiete verlagert; hierzu gehörten auch die Stollen im Wiehen- und im Wesergebirge an der Porta Westfalica.
Im März 1944 wurde im Saal des Kaiserhofes in Barkhausen das erste von drei Außenlagern des KZ-Neuengamme auf dem heutigen Stadtgebiet Porta Westfalicas eingerichtet. In dem ehemaligen Festsaal waren im Sommer 1944 ca. 1300 Männer untergebracht, die beim Ausbau von verschiedenen Rüstungsverlagerungen in die Stollenanlagen rund um Hausberge schwerste Zwangsarbeit leisten mussten. Die Versorgung der Häftlinge war in Anbetracht der Arbeit Untertage von Anfang nicht im Mindesten ausreichend. Schwere Misshandlungen durch SS, Funktionshäftlinge und auch Zivilarbeiter in den verschiedenen Arbeitskommandos waren an der Tagesordnung. Die Häftlingsberichte zeichnen ein grausames Gesamtbild von einem völlig überfüllten Lagersaal, in dem Krankheiten auf Grund der hygienischen Verhältnisse wie Lauffeuer um sich griffen.

Im Verlauf des Jahres folgten zwei Lager in Lerbeck und Hausberge. Im März 1945 waren ca. 3000 Menschen in KZ-Außenlagern an der Porta inhaftiert, unter ihnen auch ca. 1000 Frauen, hauptsächlich ungarische Jüdinnen, die unter anderem aus Auschwitz, Ravensbrück und Groß-Rosen nach Hausberge deportiert wurden. Sie mussten im oberen Stollenteil des Jakobsbergs die Produktion von Radioröhren sicherstellen. Noch im März 1945 wurden etwa 100 Frauen aus dem KZ Ravensbrück nach Porta Westfalica gebracht und in einer Gaststätte in Vennebeck interniert. Sie konnten auf Grund ihrer extremen körperlichen Entkräftung nicht mehr zur Arbeit in der Rüstungsindustrie gezwungen werden. Die genaue Zahl der Todesopfer ist unbekannt, über 100 Tote sind alleine für Barkhausen nachgewiesen. Sterbliche Überreste von 34 zuvor unter einem Grabhügel verscharrten Todesopfern aus dem Außenlager in Lerbeck wurden nach dem Krieg auf dem örtlichen Friedhof bestattet.

Der Verein KZ-Gedenk- und Dokumentationsstätte Porta Westfalica e.V. bündelt seit 2009 die Aktivitäten von Einzelpersonen, Organisationen und Institutionen zur Aufarbeitung der Geschichte des Nationalsozialismus und der Außenlager des KZ Neuengamme an der Porta Westfalica. Seit 2015 wird satzungsgemäß die Entwicklung der ehemaligen Untertageverlagerung Dachs 1 zu einem zentralen Gedenkort fokussiert.

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